
Bild 1, Personen v.l.: Bgm. Bernhard Öttl (Reichersberg), Anton Hofer (Firma Hargassner; hinten), GF Markus Rauchenecker (Firma Marasolar; vorne), Bgm. Josef Moser (Weng i.I.), Bgm. Ing. Günter Hasiweder (Mining), Bgm. Ing. Franz Augustin (Sonnendorf St. Georgen b.O.), Bgm. Stephan Fattinger (Obernberg), Bgm. Bernhard Kern (Kirchheim i.I.), Bgm. Bernhard Schachinger (Mörschwang), Bgm. Josef Schöppl (Kirchdorf a.I.), Bgm. Ing. Johann Scharf (Moosbach), EMI-Projektmanager Daniel Unterberger, Stadtrat Rudolf Wintersteiger (Altheim), Amtsleiter Franz Hörandtner (Altheim), Bgm. Roman Anzengruber (Rottenbach), Bgm. Karl Ehwallner (Utzenaich), Bgm. Matthias Bauer (Zell a.d. Pram), Bgm. Karl Einböck (Dorf a.d. Pram), Mario Grässl, MIM, MBA (Firma Hargassner), Bgm. Ulrich Baumgartner-Flotzinger (Wendling i.I.)
Vertreter der 21 Mitgliedsgemeinden und Projektpartner der Energieautarken Modellregion Innviertel-Hausruck (EMI) trafen sich am 5. Dezember 2012 zur Mitgliederversammlung in der Schlosstaverne Katzenberg. Dabei wurde Bilanz über die Fortschritte der Modellregion gezogen. Außerdem präsentierten Bgm. Günter Hasiweder und Bgm. Franz Augustin Projekte aus Ihren Gemeinden.
Kirchdorfs Bürgermeister Josef Schöppl eröffnete die Versammlung und begrüßte neben EMI-Projektmanager Daniel Unterberger diverse Bürgermeister und Vertreter der Firmen Hargassner und Marasolar. Die Gemeinde Kirchdorf am Inn wurde kurz vorgestellt und auf aktuelle Projekte, wie „PV macht Schule", E-Tankstelle und Photovoltaik-Anlage auf der gemeindeeigenen Kläranlage, hingewiesen. Auch eine neue Heizungsanlage für die öffentlichen Gebäude ist geplant. Anschließend ergriff Unterberger das Wort und verschaffte den Anwesenden einen Überblick über die bisher gesetzten Maßnahmen und Projekte 2012. In der weiteren Folge wurden Projektideen für das Jahr 2013 diskutiert.
Minings Bgm. Hasiweder informierte über die neuen Ökostromtarife 2013. In der Gemeinde Mining wurden bislang bereits 70 Anlagen errichtet. Hasiweder dazu: „Gerade eine Gemeinde muss Vorreiter bei Anschaffungen von Photovoltaik-/Solaranlagen sein und mit positivem Beispiel vorangehen, um das Interesse und Bewusstsein bei den Bürgern/innen zu wecken." Zu den Rahmenbedingungen für das Jahr 2013 informiert Hasiweder, dass Anlagen nicht mehr auf 20 kW gebunden sind, sondern bis zu 500 kW reichen dürfen.
Bgm. Augustin referierte zum Abschluss über das Sonnendorf. Unter dem Slogan „Sonnendorf St. Georgen ... von der Sonne angesteckt" wurden und werden zahlreiche Projekte umgesetzt und mittlerweile ein Marketingkonzept entwickelt. Ziele sind die Positionierung und In-Wert-Setzung der Gemeinde als Sonnendorf St. Georgen. Augustin: „Erste Erfolge, wie die Auszeichnung des „Energie Star 2012" oder der „OÖ Landespreis für Umwelt und Nachhaltigkeit 2012", bestätigen, dass wir im Sonnendorf auf dem richtigen Weg sind."
Nach langen Überlegungen, Beratungsterminen und Gesprächen wurde in der Energiemodellregion Hausruck-Nord außerdem ein Finanzierungsmodell für die Errichtung und Betreibung von Photovoltaik-Anlagen in Verbindung mit Bürgerbeteiligung ausgearbeitet.
Mobilität
In Sachen Mobilität arbeitet die Gemeinde Weng i.I. als Vorreiter bereits seit Anfang des Jahres an der Umsetzung eines Mobilitätskonzeptes. Maßnahmen können z.B. die Einrichtung von Gemeindebussen, eine Erhöhung der Einkaufsmobilität, vor allem für ältere Personen, überdachte Fahrradabstellanlagen, eine Verbesserung von Fahrradverbindungen zu Nachbargemeinden, Fahrgemeinschaftsbörsen oder Fuhrparkumstellungen auf effektive Antriebe sein. Auch St. Georgen b.O. wird mit gutem Beispiel vorangehen und 2013 ein Konzept erarbeiten.
Um die Region schon jetzt auf die Elektromobilität vorzubereiten, können in den Gemeinden Dorf an der Pram und im Sonnendorf St. Georgen E-Tankstellen kostenlos genutzt werden, um E-Bikes, E-Caddies, E-Roller und E-Fahrzeuge aufzuladen. Mit Kirchheim, Kirchdorf oder Wendling zeigen auch andere EMI-Gemeinden Interesse an der Errichtung von derartigen Ladestationen.
Photovoltaik und Solar
Im Vergleich zum Jahr 2010, als sich das Konzept in der Erstellung befand, kann die Region mittlerweile Steigerungen bei der Anzahl an Photovoltaik- und Solaranlagen verzeichnen. Lediglich im Bereich Solar besteht noch Aufholbedarf. Zahlreiche Anlagen gingen ans Netz und versorgen insbesondere öffentliche Einrichtungen mit Strom aus Eigenproduktion. 2010 konnten alle 21 Gemeinden rund 15 kommunale PV-Anlagen vorweisen. Derzeit beläuft sich die Zahl bereits auf 45 Anlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 250 kW. Spitzenreiter sind dabei Gemeinden wie Moosbach mit 32 kW oder St. Georgen mit 58 kW. Die Aktion „PV macht Schule" war dabei ein voller Erfolg.
Auch im privaten Bereich hat sich viel getan, obwohl nicht alle Anlagen eruiert werden konnten. An die 250 Anlagen zählt die Modellregion, was einer Gesamtleistung von über 2,5 MW entspricht. Unterberger: „Hier zählen wiederum Antiesenhofen mit ca. 230 kW, Dorf an der Pram mit ca. 390 kW, Mining mit 123 kW und St. Georgen mit bis zu 450 kW zu den Vorreitern."
Wasserkraft
Insgesamt produziert die Modellregion Strom aus Wasserkraft mit einer Leistung von 500 kW. In der Gemeinde Weibern wurden zwei potentielle Standorte im Zuge eines Maturaprojektes durch HTL-Schüler geprüft, um Kleinwasserkraftanlagen umzusetzen. Auch in anderen Gemeinden wie Reichersberg und Moosbach gibt es Planungen, um im nächsten Jahr in Kleinanlagen zu investieren.
Projektstudie zur Realisierbarkeit von Biomasse-KWK-Anlagen
2013 soll entsprechend einer Maßnahme im Umsetzungskonzept der Modellregion eine Projektstudie in Sachen Kraft-Wärme-Kopplung gestartet werden. Nach Abschluss der Studie plant die Nahwärme Antiesenhofen GmbH die Umsetzung einer Holzverstromungsanlage, um die Energieproduktion weiter zu optimieren und Wärmeverluste zu vermeiden.
Sanierungen
In der Gemeinde Utzenaich wurde die erste Etappe zur Sanierung der Volksschule erfolgreich in Angriff genommen. Das Gebäude wurde mit einem Vollwärmeschutz, Fenstern mit Sonnenschutz und einem Flachdach versehen. Insgesamt konnten 125.424 Euro an Fördergeldern vom Bund lukriert werden.
In Reichersberg ist man schon weiter. Nach erfolgter Außensanierung und der Installation von zwei Photovoltaikanlagen plant man nun die Innensanierung in zwei weiteren Etappen. Wie in Utzenaich hofft man auch hier auf eine Förderunterstützung des Landes bzw. der Kommunalkredit Consulting GmbH im Zuge von Förderungen zur Thermischen Gebäudesanierung öffentlicher Einrichtungen.
Straßenbeleuchtungen
Um den Energiehaushalt der Gemeinden zu verbessern, sind bereits zahlreiche Gemeinden auf sog. Managementgeräte umgestiegen, um Einsparungen bei den Beleuchtungskosten zu erzielen. Gemäß einer Richtlinie der EU müssen Gemeinden in den nächsten Jahren den Umstieg auf LED-Systeme vorantreiben. In den Kommunen Altheim, Gurten, Reichersberg, Weibern und Weng i.I. gibt es daher kontinuierliche Umstellungen bei den Straßenbeleuchtungen. Doch auch der Umstieg auf LEDs in den Gemeindegebäuden selbst war 2012 ein Thema, und wird es auch 2013 bleiben.
Kurzer Ausblick 2013
Neben diversen laufenden Prozessen und kleineren Projekten sollen im Frühjahr 2013 in den Gemeinden und auch Betrieben Spritsparstunden angeboten werden. Derartige Trainings dauern bis zu 2 Stunden und verschaffen dem Fahrer Einsparungen in Höhe von bis zu 15%. Der Kostenfaktor liegt zwischen 30€ und 55€ pro Teilnehmer.
Gemeinsam mit Projektpartnern wird man versuchen Aktionen zu starten, um privaten Haushalten den Umstieg auf energiesparende Heizungssysteme zu erleichtern. Denn gerade im Bereich der Wärmeproduktion besteht das größte Einsparpotential. Außerdem plant man auch einen kostenlosen Beratungstag für Bürger, der von EMI-Projektpartnern zur Verfügung gestellt wird.
Das Thema „Erneuerbare Energien" soll auch in den Schulen präsent sein. Dazu gibt es vom Klimabündnis OÖ und Klimarettung zahlreiche Projektideen, um Kinder für das Thema Energie und Umwelt zu begeistern. Interessierte Lehrkräfte aus den 21 EMI-Gemeinden können sich sehr gerne melden, um die Schulen dabei zu unterstützen.
Gemeinsam mit dem Klimabündnis OÖ wird es voraussichtlich im April 2013 eine sogenannte E-Rally geben. Start der Rally ist Schlüßlberg mit einer vorläufigen Route nach Bayern und Stationen in diversen Gemeinden und Unternehmen. Eine Teilnahme wird sowohl mit dem E-Bike, E-Scooter als auch E-Auto möglich sein.